Bauern und Dorfbewohner kämpfen gegen die Flammen bei Ávila

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Die anhaltenden Waldbrände haben bereits über 24.000 Hektar verwüstet, weshalb die Landwirte und Dorfbewohner selbst aktiv werden. Über WhatsApp-Gruppen warnen sie sich gegenseitig vor neuen Brandherden, während Freiwillige mit Traktoren und Gartenschläuchen ihre Häuser verteidigen.

In den Dörfern des Tiétar-Tals, insbesondere in der Nähe von Burgohondo, wo sich das Feuer bereits seit Tagen ausbreitet, warten die Bewohner nicht auf die Feuerwehr. Landwirte nutzen ihre Traktoren, um Brandschneisen zu ziehen, während andere die Fassaden ihrer Häuser nass halten. Wer in der Region lebt oder ein Ferienhaus besitzt, merkt, dass der Unterschied zwischen offiziellen Rettungsdiensten und Bürgerinitiativen in diesem Sommer kaum noch erkennbar ist.

Dieser Ansatz spiegelt wider, was in Spanien seit Längerem geschieht: Landwirtschaftliche Gemeinschaften organisieren sich selbst über mobile Technologien. In ländlichen Gebieten erstellen Landwirte und Viehzüchter spezielle WhatsApp-Gruppen, um sich sofort zu warnen, wenn sie Rauch oder Flammen entdecken. Förster und Waldwächter sind oft in denselben Gruppen und leiten die Informationen an die Feuerwehr weiter, die so schnell über verfügbare Freiwillige und Ressourcen informiert wird.

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Das spanische Nachrichtenmedium 20minutos beschreibt, wie Landwirte auf diese Weise oft die Ersten am Ort eines entstehenden Brandes sind, da sie bereits mit ihren Maschinen auf den Feldern arbeiten. In einem weiteren Artikel berichtete dieselbe Zeitung über Freiwillige in der Umgebung von Ávila, die ihre eigenen Häuser und die ihrer Nachbarn schützen und sich aufgrund der langsamen Verstärkung durch professionelle Hilfe oft alleingelassen fühlen.

Der Grund für das eigenständige Eingreifen der Bewohner liegt im Ausmaß der Brände in dieser Saison. Spanien hat kürzlich zum ersten Mal die höchste Waldbrand-Alarmstufe ausgerufen, und mehr als 121.000 Menschen wurden aus den Dörfern in Madrid und Ávila evakuiert. Das Feuer in der Region Burgohondo-Navaluenga bewegte sich zeitweise drei Kilometer in vierzig Minuten voran – eine Geschwindigkeit, bei der Rettungskräfte schlichtweg überall gleichzeitig sein können.

Diese Umstände führen auch zu Frustrationen unter den Dorfbewohnern. Wenn jemand sein ganzes Leben lang an einem Ort verbracht hat und sieht, wie das Feuer näher rückt, reagiert er mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen: einem Traktor, einem Gartenschlauch, einem Eimer Wasser. Bauernverbände betonen immer wieder, dass Landwirte nicht die Verursacher dieser Brände sind, aber oft die Ersten, die reagieren können – weil sie mit geeigneten Maschinen vor Ort sind.

Die spanische Regierung hat den nationalen Notstand ausgerufen und die militärische Notfallhilfe, die Unidad Militar de Emergencias (UME), hat die Leitung von den regionalen Diensten übernommen. Mehr als 1.800 Einsatzkräfte sind im Einsatz, ergänzt durch Löschflugzeuge aus Griechenland und Italien. Trotzdem zeigt sich aus früheren Berichten, dass selbst diese Maßnahmen kaum mit der Ausbreitung des Feuers Schritt halten können, wenn Wind und Trockenheit zusammentreffen.

Die Ursache für diese eskalierende Situation ist keine Überraschung. Spanien hat in diesem Jahr bereits mehr als 120.000 Hektar durch Waldbrände verloren. Experten verweisen auf den Klimawandel und die Abwanderung aus ländlichen Gebieten als Gründe für die steigende Zahl an Bränden: Wo früher Hirten und Bauern die Landschaft pflegten, wächst nun unkontrolliert Gestrüpp, das als Brennstoff dient, sobald es Feuer fängt.

Quelle: Agenturen